FAMILIENDINGENS

Alltag mit drei Kindern

Liedermacher Rolf Zuckowski sorgt sich um seine Musik

| Keine Kommentare

Diese Werbung erscheint nur bei Beiträgen, die älter als fünf Tage sind.

Er ist einer der bekanntesten deutschen Liedermacher, wenn es um Musik für Kinder geht: Rolf Zuckowski. Schon mich begleitete er in meiner Kindheit und die meisten Lieder wie die Jahresuhr, Winterkinder oder auch Ich schaff‘ das schon kann ich bis heute auswendig mitsingen. (Mathematische Formeln und Co. finden sich in meinem Gedächtnis demgegenüber nur begrenzt.)

Doch Rolf Zuckowski sorgt sich heute. Er macht sich Sorgen um seine Musik. Das verriet er vergangenes Jahr dem Magazin Zeit in einem Interview. Sorgen deswegen, weil in seinen Liedern meist keine Mädchen vorkommen.

Dadurch, so fürchtet der Musiker, könnte es sein, dass seine Musik aus Kitas und Grundschulen mit der Zeit verbannt würde. Das Gendern könnte dazu beitragen. Wenn nur noch von Schülerinnen und Schülern gesprochen werde, kämen seine Lieder eventuell unter die Räder. Als Beispiel nennt er die Textzeile „Alle deine Freunde freuen sich mit dir“ – die Frage, ob Mädchen da gar nicht mit gemeint wären, stellt er in den Raum.

Aus meiner Sicht völliger Quatsch, aber das echte Leben zeigt, wie es wirklich ist. Wenn nur noch von Studierenden statt von Studenten die Rede ist zum Beispiel.

Zuckowski lehnt dabei ab, seine Lieder umzuschreiben. Das ginge nicht, sagt er. Dennoch sorgt er sich, dass seine Lieder irgendwann klingen wie Relikte aus vergangenen Zeiten. Vor allem dann, wenn er nicht mehr da wäre.

Grundsätzlich ist Rolf Zuckowski indes nicht gegen das Gendern – wenn es sinnvoll erfolge. Keinesfalls wolle er alte Zeiten zurück oder die Gleichberechtigung in Frage stellen.

Der „Knilch“ macht Zuckowski selbst zum Opfer

Bei seinen Texten käme es darauf an, dass sie authentisch seien. Und der Knilch aus der Weihnachtsbäckerei? Der ist doch ganz klar männlich behaftet? Das sieht auch Zuckowski so. Ohne aber, das so gewollt zu haben. Er bezeichnet sich hier als „Opfer seines eigenen Reims“.

Ich möchte ebenfalls nicht generell gegen gendergerechte Sprache poltern. Ich finde es toll, wenn meine Tochter und meine Söhne in einer gleichberechtigten Welt aufwachsen. Aber man kann es auch übertreiben. Ich sage tatsächlich, ich gehe zum Bäcker – selbst wenn die Brötchen von einer Frau gebacken wurden. Das meine ich aber nicht abwertend oder weiß die Werke von Frauen nicht zu schätzen. Keinesfalls.

Allerdings ist die Sprache immer dabei, sich einfacher zu gestalten. Zumindest meistens. Beim Gendern ist das aus meiner Sicht nicht der Fall. Nicht immer. Und schwierig wird es immer dann, wenn Dinge aus früheren Zeiten – wie eben die Texte von Rolf Zuckowski – irgendwann „angegriffen“ werden. Wenn man sie nicht mehr verstehen kann. Obwohl sie nach wie vor relevant sind.

Wie seht ihr das? Sorgt sich Zuckowski zurecht? Oder braucht es diese Angst gar nicht?

Titelbild: Pezibear / Pixabay

Autor: Hauke

Ich bin 1988 in Emden geboren, Papa von Liam, Jano und Nora und arbeite als freier Texter. Im Home-Office ist das zwar manchmal sehr turbulent, dafür bin ich aber auch immer "vor Ort" und kann jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt der Kinder mitbekommen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.