FAMILIENDINGENS

Alltag mit drei Kindern

Vereinbarkeit: Als Papa im Home Office

| 2 Kommentare

Diese Werbung erscheint nur bei Beiträgen, die älter als fünf Tage sind.

Seit nunmehr rund zwei Jahren schlummert ein Entwurf mit diesem Titel bei mir im WordPress Backend. Und nun – am Tag der Arbeit – komme ich endlich dazu, ihn auch mit Text zu füllen. Vor zwei Jahren waren die Umstände hinter meiner Selbständigkeit noch andere, in der Zwischenzeit ist einiges passiert, ich war festangestellt und bin doch wieder in die Selbständigkeit gewechselt. Und das aus Gründen.

In erster Linie war es die mir zur Verfügung stehende Zeit mit meinen Kindern (und anderen Menschen, die mir wichtig sind), was dazu geführt hat, dass ich insgesamt nur wenige Monate als Angestellter tätig war. Aber auch die freie Zeiteinteilung war ausschlaggebend. Insgesamt kann ich für mich sagen, dass ich mich schlicht im Home Office sehr wohlfühle und am Ende eben „alles“ selbst in der Hand habe. Aber: das heißt nicht, dass eine Anstellung für mich generell nicht in Frage kommen würde. Es muss dann aber letztlich alles zusammenpassen.

Home Office mit Kindern – wie klappt das?

FirmBee / Pixabay

Bevor ich nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrags komme, eines vorab: als die Idee zu diesem Beitrag entstand, war meine Jüngste noch nicht einmal zwei Jahre alt und damit weit entfernt von der Fremdbetreuung. Inzwischen sind zwei Kinder im Kindergarten, eines in der Schule. Die Betreuungszeit liegt somit zwischen 8 bis 15.15 Uhr – zumindest grob.

Dennoch muss ich dazu sagen, dass ich auch mit einem, zwei oder gar drei Kindern zuhause immer irgendwie eine Möglichkeit finde, zu arbeiten. (So wie jetzt – die drei spielen, streiten sich und hauen sich zwischendurch auch immer wieder Spielzeug um die Ohren.)

Generell kann ich zudem sagen, dass ich bislang nie derjenige war, der ein eigenes Büro brauchte oder hatte. Eine Weile war das so, aber genutzt habe ich es eher weniger. Aktuell steht mein Schreibtisch im Wohnzimmer, inmitten des täglichen Trubels. Nach dem Umzug ins Haus Ende Mai wird mein hauptsächlicher Arbeitsplatz dann im Schlafzimmer sein. Wobei ich dank MacBook und Co. immer auch dazu in der Lage bin, in der Küche, am Esstisch oder wo auch immer zu arbeiten. Und diese Möglichkeit werde ich sicherlich auch nutzen.

Struktur ist wichtig – das weiß ich inzwischen

Was ich inzwischen allerdings gelernt habe: Strukturen und klare Vorgaben sind für mich wichtig. So habe ich inzwischen relativ feste Arbeitszeiten, zu denen ich mich um meine anfallende Arbeit kümmere.

messersrach / Pixabay

Davon sind die Wochenenden inzwischen generell ausgenommen. Lediglich in akuten Ausnahmefällen arbeite ich eventuell noch am Samstag – oder auch vereinzelt mal am Sonntag.

Zusätzlich schreibe ich mir zu Wochenbeginn meistens genau auf, was zu tun ist und bis wann welche Aufgabe erledigt sein sollte. Darüber habe ich auf tagestexte.de erst vor einiger Zeit gebloggt. Ebenso ist dort auch zu lesen, was genau ich „als Texter“ eigentlich so mache und auch das Thema Home Office wurde dort schon einmal kurz abgehandelt.

Allerdings weniger unter dem Betrachtungspunkt „mit Kindern“.

Zurück zum Thema.

Durch die klareren Strukturen mache ich inzwischen meist zum frühen Nachmittag hin Feierabend. Die Kinder sind – wenn sie bei mir sind, dazu gibt es demnächst noch mal etwas zu lesen – wie erwähnt von 8 bis 15.15 Uhr betreut. Liam geht zur Schule und hat lediglich freitags bereits um 13 Uhr frei, Jano und Nora sind im Kindergarten. Wenn Jano im Sommer eingeschult wird, wird sich an der Betreuung ebenfalls wenig ändern, zumindest was die Zeiten angeht.

Dadurch bleibt mir am Nachmittag in aller Regel noch genügend Zeit für die Kinder. So haben wir zusammen Ostereier bemalt, Plätzchen zu Weihnachten gebacken oder gehen einfach mal eine Runde spazieren. Und wenn doch noch mal etwas Arbeit liegengeblieben ist oder nicht erledigt wurde, setze ich mich gegebenenfalls am Abend noch mal für ein, zwei Stunden hin. Der Regelfall ist das aber nicht mehr. Das sah früher zum Teil deutlich anders aus und auch die Wochenenden waren oft genug normale „Arbeitstage“.

Und wenn ein Kind (oder mehrere Kinder) zuhause ist?

Und selbst wenn ein Kind zuhause ist, stellt mich das generell nicht vor große Probleme. Gründe dafür kann es durchaus geben. In Frage kommen beispielsweise:

  • ein Kind ist krank
  • ein Kind hat keine Lust auf den Kindergarten
  • es sind Ferien und ich mache nicht frei

In diesen Fällen nehme ich mir zumindest die Zeit, ein paar Stunden am Tag zu arbeiten. Erst am Montag dieser Woche ist Jano zuhause geblieben, weil er sich nicht so wohl gefühlt hat. Im Kindergarten geht das ja auch noch ohne Probleme, wenn er ab Sommer zur Schule geht, wird das schon seltener vorkommen.

Liam war zur Schule, Nora im Kindergarten und Jano hat sich zuhause ausgeruht, etwas beim Aufräumen geholfen und sich auch viel selbst beschäftigt. Spielen in aller Ruhe, wenn die Geschwister weg sind, geht eben immer.

Efraimstochter / Pixabay

Kurzum: im Home Office habe ich auch dann die Möglichkeit zum Arbeiten, wenn die Kinder zuhause sind. Und da bekanntermaßen die Schulferien nicht gerade kurz sind – insbesondere im Sommer – ist das auch ein wichtiger Faktor für mich.

Vereinbarkeit zwischen Job und Kindern aus Bloggersicht

Im Vorfeld für diesen Text habe ich versucht, mich ein wenig in die Sichtweisen anderer Blogger einzulesen. Vor allem waren es Texte von Bloggerinnen, da das Thema Vereinbarkeit in diesem Bereich allem Anschein nach vor allem Frauen betrifft.

Das klassische Rollenmodell scheint hier noch vielerorts zu greifen. Der Mann ist eh arbeiten und aus dem Haus und wenn die Frau ebenfalls arbeiten will, muss sie zusehen, wie sie eine Vereinbarkeit für sich selber schaffen kann. Aus meiner Sicht ist das Ganze etwas eingestaubt und auch Müttern sollte gleichermaßen das Recht zustehen, arbeiten zu können – ohne große Kopfschmerzen haben zu müssen, weil die Betreuung der Kinder geregelt werden muss.

Interessant und lesenswert fand ich dabei zum Beispiel diese Artikel und Blogs:

Vorurteile gegenüber der Arbeit zuhause

In den vergangenen Jahren – ich arbeite immerhin schon seit 2009 – mit Unterbrechungen – von zuhause aus – gab es durchaus auch Situationen, in denen ich mich mit Vorurteilen konfrontiert sah. Viele Menschen meinen einfach, man sei ja schließlich immer zuhause und somit zum Beispiel stets für einen Kaffee zu haben. Generell spricht da auch nichts gegen, man muss allerdings einen solchen zeitlichen Puffer auch einplanen können. Täglich geht das also nicht.

Weitere Vorurteile oder Vermutungen, die mir im Laufe der Jahre schon begegnet sind:

  • Du drehst bestimmt den ganzen Tag Däumchen. – Genau, und Geld wächst auf Bäumen.
  • Arbeitest du auch mal irgendwann richtig? – Ja, jeden Tag. Außer ich mache frei.

Fazit: Home Office mit Kindern funktioniert – bei mir wunderbar

Abschließend kann ich natürlich nur für mich sprechen und festhalten, dass die Arbeit zuhause für mich wunderbar funktioniert. Auch trotz oder mit Kindern. Allerdings muss letzten Endes jeder seinen eigenen Weg finden und nach passenden Möglichkeiten schauen, die in Frage kommen können.

Die Selbständigkeit kommt mir dabei natürlich zugute, aber auch in einer Anstellung stünde ich bei der Arbeit im Home Office kaum großen Herausforderungen gegenüber. Immerhin kann ich meinen Tagesplan recht frei gestalten und auch die gesicherte Kinderbetreuung spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle.

Wie ist es bei euch und welche Herausforderungen oder Probleme seht/habt ihr bei der Vereinbarkeit zwischen Job und Kind(ern)? Oder auch: welche Fragen habt ihr? Welches Modell kommt bei euch zum Einsatz? Ich bin gespannt, wie das Abenteuer Home Office anderswo gehandhabt und gelebt wird.

Autor: Hauke

Ich bin 1988 in Emden geboren, Papa von Liam, Jano und Nora und arbeite als freier Texter. Im Home-Office ist das zwar manchmal sehr turbulent, dafür bin ich aber auch immer "vor Ort" und kann jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt der Kinder mitbekommen.

2 Kommentare

  1. Danke für deine Geschichte.
    Ich persönlich kann im Homeoffice nicht arbeiten – als ich das mal für ein paar Monate probiert habe, fühlte ich mich schrecklich. Ich konnte das private und das berufliche nicht trennen und fühlte mich in beiden Bereichen immer schlecht.

    Meine Lösung war es dann, in einen Coworkingspace zu gehen. Das hat mir einerseits die benötigte Struktur und andererseits auch wieder ein Netzwerk an Menschen gegeben, mit den daraus resultierenden Vorteilen (Austausch, Aufträge, Spaß).

    • Danke für deine Erfahrungen! Ein Co-Working wäre für mich sicher auch denkbar, allerdings wird das hier vor Ort nicht angeboten. Trotzdem ist das natürlich auch immer ein Ort, um fokussiert und professionell zu arbeiten.

Schreibe einen Kommentar zu CJS Antworten abbrechen

Pflichtfelder sind mit * markiert.