FAMILIENDINGENS

Patchwork-Chaos mit drei Kindern

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Moin!

Heute soll es um das Thema Lernen gehen. Denn der Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule bringt natürlich auch in der Hinsicht Veränderungen mit sich. Neue Fächer, andere Anforderungen, mehr Lernstoff, ein anderes Pensum mit teilweise drei Klassenarbeiten in einer Woche. Der Einstieg in Klasse 5 hat es somit durchaus in sich. Und das Thema Lernen und Schulorganisation (das aber an anderer Stelle) kommt in diesem Zusammenhang immer wieder auf.

Ich bin ehrlich. Ich musste in den niedrigeren Jahrgangsstufen wenig lernen. In der Grundschule gar nicht, danach folgte die Orientierungsstufe, durch die ich auch gut durchkam (ohne allzu viel Einsatz), ehe dann ab Klasse 7 das Gymnasium folgte. Das ist heute anders und es geht direkt nach der Grundschule richtig weiter. Ohne großartige Orientierung. Und mein Sohn ist eben nicht ich – und somit steht regelmäßiges Lernen eben auch auf dem Plan. Vor den Ferien unter anderem für Englisch, für Mathe und für Geschichte.

Für das Lernen braucht es aber durchaus auch entsprechende Motivation. Und diese muss man eben wecken beziehungsweise das Verständnis dafür wecken. Was sich nicht immer so einfach gestaltet. Das zeigt zumindest die bisherige Erfahrung bei uns (und auch bei der Mama der Kinder).

Wo also ansetzen und wie die Lust (oder eher Motivation) zum Lernen hervorholen?

Tendenziell ist es ja so, dass Kinder durchaus gerne lernen – laufen, sprechen beispielsweise, – die Erfolge sind dann ja auch recht schnell da. Doch die eigene Lernmotivation nimmt dann mehr und mehr ab. Ein Grund dürfte unter anderem der ansteigende Leistungsdruck sein. Das musst du können, dies musst du lernen, hier hapert es bei dir noch…

Das Schulsystem scheint also in Bezug auf den allgemeinen Leistungsdruck nicht unbedingt so optimal zu sein, was aber generell wieder ein anderes Thema ist. Ein Thema, das ich demnächst noch konkreter thematisieren möchte, jedoch nicht an dieser Stelle. Denn hier sollen ja Motivationstipps und sonstige Anregungen rund ums Lernen im Fokus stehen. Legen wir also los und lassen uns (für unsere Kinder) inspirieren.

Tipps für ein effektives Lernen mit Spaß

Spätestens mit Beginn der Pubertät – oh, moin! -, oft aber auch schon mit dem Wechsel zur weiterführenden Schule – schon wieder, moin! – lässt die Motivation fürs Lernen nach. Der Spaß daran geht aber vielfach schon während der Grundschulzeit Stück für Stück verloren. Und somit ist es dann erst einmal hilfreich, die Lust am Lernen, die Motivation dazu, wieder zu erwecken.

Ich erinnere mich, dass es bei uns im Jahrgang 7 am Gymnasi

um einen Projekttag „Lernen lernen“ gab. Damals wurden uns Lerntechniken vorgestellt, es gab Tipps und Hinweise. Aber ich gebe zu: viel hängengeblieben ist davon am Ende nicht – zumindest nicht bis heute. Mein Schulabschluss ist mehr als 12 Jahre her. Man möge mir verzeihen.

Auch aus dem Grund habe ich jetzt die ersten Tipps für mehr Spaß beim Lernen für euch und euren Nachwuchs. Los geht’s…

Tipp 1: Das Lernklima entscheidet mit

Es ist wie bei der Arbeit: etwas Ordnung muss sein, auch wenn wohl nur ein Genie das Chaos beherrscht. Doch gerade für Schulkinder sind klare Strukturen und Ordnung beim Lernen wichtig. Das beinhaltet aber die gesamte Lernumgebung ebenso. Also: Schreibtisch (oder Esstisch) aufgeräumt, Schulsachen und Lernmaterialien bereitgelegt – und dann dazu vielleicht noch einen heißen Tee, ein paar Kekse oder Gemüse und Obst. Ebenso wichtig ist dabei auch ausreichend Ruhe. Das war bisher bei uns kein großes Problem, da die Geschwister eh bei Wind und Wetter nach draußen wollen und die meiste Zeit auf den Spielplätzen in der Umgebung verbringen.

Bei wem das nicht so gut klappt, der kann die Geschwister eventuell anders beschäftigen. Mit einem Puzzle, einer Folge Peppa Wutz oder, oder, oder. So wird es dann in den kälteren Monaten hier wohl auch laufen – oder aber die Geschwister spielen im Kinderzimmer.

Tipp 2: Das Lernen nicht zum einzigen Lebensinhalt machen

Klar, es ist wichtig, dass das Wissen zu Klassenarbeiten und Prüfungen bereitsteht – und dafür muss gelernt werden. Es motiviert allerdings nicht wirklich, wenn sich das ganze Leben nur ums Lernen dreht. Ganz im Gegenteil.

Ich erinnere mich an einen Urlaub mit meinen Eltern und einer befreundeten Familie vor vielen Jahren. Dort wurde der Sohn der anderen Familie Tag für Tag mit Matheaufgaben „herausgefordert“. Immer und immer wieder. Im Urlaub, in den Ferien. Täglich. Er war genervt, sein Vater übermotiviert oder was weiß ich. Das hat sich jedoch stark in meiner Erinnerung eingebrannt – und für mich steht fest, dass so etwas absolut nicht geht. Wenn es sein muss, im Urlaub zu lernen, dann zu fixen Zeiten, für feste Zeiträume, im klaren Rahmen. Und nicht wieder und wieder – beim Ballspielen im Garten, auf dem Weg zum Strand und so weiter.

Das Leben besteht aus so viel mehr als nur aus Lernen und Schule. Soziale Kontakte gehören dazu, Treffen mit Freunden also, Zeit für Entspannung und Hobbies. Und wenn das Lernen im Alltag doch eine Rolle spielen soll, dann sind vielleicht Lernspiele wie diese hier eine deutlich bessere Idee – und motivieren am Ende vielleicht sogar die ganze Familie.

Kurzum: Lernen ja, aber nicht immer und ständig. Sondern stattdessen entsprechend zu fixen Terminen und Zeiten – oder wenn es eben akut wird.

Tipp 3: Selbstbestimmtes Lernen ermöglichen (soweit möglich)

Ein Kind in der Grundschule braucht rund ums Lernen natürlich noch viel Unterstützung. Was muss gelernt werden, welche Themen sind gefragt? Aber mit zunehmenden Alter ist mehr und mehr Selbstbestimmung durchaus möglich. Doch dahin muss das Kind durchaus geführt werden. Bis es irgendwann selber versteht, was wann gelernt werden muss, welcher Zeitplan zur Vorbereitung einer Klassenarbeit sinnvoll ist und auch, wie es das Lernen organisiert. Das Lernen muss tatsächlich zunächst selber gelernt werden.

Das Thema Selbstbestimmt Lernen bezieht sich dabei auch auf den Ort und die Zeit. Das Kind ist am Abend konzentrierter? Dann kann das Lernen durchaus auch auf diesen Zeitraum gelegt werden. Im Kinderzimmer lernt das Kind effektiver als am Esstisch? Dann ist auch das völlig legitim – und selbst, wenn es beim Lernen auf dem Bett liegt. Derartige Freiheiten beim Lernen fördern nicht nur die Motivation in vielen Fällen, sondern können auch das Selbstbewusstsein stärken.

Und auch das ist im Endeffekt dann ein durchaus positiver Aspekt!

Tipp 4: Lerninhalte in den Alltag einbringen

Nein, das schließt Tipp 2 keinesfalls aus. Lerninhalte können ideal auch in den Alltag eingebracht werden. Beim Backen die Zutatenmenge herausrechnen beispielsweise oder bei den aktuellen Nachrichten geschichtliche Ereignisse einordnen – das reicht oftmals schon. Und für Vokabeln eignet sich beispielsweise eine ausgedachte Geschichte, die man sich gegenseitig erzählen kann.

Darüber hinaus kann man biologische Zusammenhänge zum Beispiel bei einem Waldspaziergang erfassen oder beim Besuch im Museum einiges an Wissen mitnehmen. Fast überall und in jeder Situation kann man Brücken zu aktuellen Lerninhalten bauen – und davon profitiert das Kind dann vielfach besonders stark. Weil es das Gelernte mit besonderen Erlebnissen in Verbindung bringen kann. Solche Details kann sich das Gehirn in vielen Fällen deutlich besser merken und sie auch wieder abrufen.

Wie war das noch im Wald? Wie sieht das Ahornblatt aus? Ach ja…

Tipp 5: Loben und Unterstützung anbieten

Mit dem Lernen hat ein Kind den eigenen schulischen Erfolg selber in der Hand. Oftmals wird von den Eltern jedoch nur dann ein Lob ausgesprochen, wenn die Klassenarbeit gut gelaufen ist und die Note somit stimmt. Das ist vielfach aber kontraproduktiv und für eine dauerhafte Lernmotivation nicht unbedingt förderlich. Sinnvoller ist es tatsächlich, für das Engagement beim Lernen zu loben – denn darauf hat das Kind mit seinem Verhalten einen direkten Einfluss.

Fehler gehören zur Schule (und zum Leben) nun einmal dazu – aber wer lernt, macht oftmals weniger Fehler. Und dieses Verständnis gilt es aufzubauen. Wird ein Kind auch fürs Lernen an sich gelobt, gibt es dabei vielleicht nicht so schnell auf und bleibt motiviert. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Dazu braucht ein Kind beinahe immer Unterstützung. Und wenn diese alleine darin besteht, zu wissen, dass die Unterstützung auf Wunsch abgerufen werden kann. Zusätzlich sollte man seinem Kind die Stärken immer wieder vor Augen führen. Was kann es gut, worin ist es wirklich stark? Das sind leider Aspekte, die oft vernachlässigt werden und vor allem auch in den Schulen nur selten eine Rolle spielen. Auch dadurch kann man das Selbstbewusstsein des Kindes effektiv stärken und ausdrücken: Du schaffst das!


Lernen geht also nicht (immer) von selbst. Es ist eher ein Prozess mit vielen kleinen und größeren Schritten. Ein Prozess, bei unsere Kinder unsere Unterstützung und Hilfe brauchen – auch dann, wenn sie das selber vielleicht so manches Mal gar nicht sehen.

Welche Tipps für mehr Motivation beim Lernen habt ihr noch? Was würdet ihr ergänzen oder was klappt bei euch besonders gut oder eher gar nicht?

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